Kapitalmarktumfeld
Die Weltwirtschaft im Allgemeinen und auch die Kapitalmärkte ließen im Laufe des Geschäftsjahres 2009/2010 die Tiefen der Finanz- und Wirtschaftskrise der Vorjahre hinter sich. Industrieproduktion und Bruttoinlandsprodukte der meisten Industrieländer zeigten sich gut erholt; viele Schwellenländer setzten ihren Wachstumskurs beschleunigt fort. Aktienindizes in aller Welt reagierten auf die realwirtschaftliche Entwicklung mit zumeist steigenden Kursen.
Die hohe Volatilität verdeutlicht allerdings, dass die Marktteilnehmer nennenswerte Risiken in der weiteren Entwicklung in Betracht ziehen. Unter anderem dehnten bekanntlich die Industriestaaten ihre ohnehin schon hohe Verschuldung zur Bekämpfung der Finanzkrise zusätzlich aus. Die Debatte um mögliche Insolvenzen einzelner Staaten sowie Wechselkursrisiken wurde und wird von den Marktteilnehmern aufmerksam beobachtet. Ebenso fanden Risiken aufgrund niedriger Eigenkapitalausstattung mancher Banken sowie das mögliche Auftreten neuer Überhitzungen zum Beispiel bei Rohstoffen oder in Märkten wie China hohe Beachtung. Auch Inflations- und Deflationsszenarien wurden intensiv diskutiert.
Die deutschen Aktienindizes entwickelten sich im Geschäftsjahr 2009/2010 trotz einer Korrektur Anfang 2010 insgesamt positiv. So gewann der DAX vom 01. Oktober 2009 bis zum 30. September 2010 rund 12 Prozent und erreichte 6.229 Punkte. Noch stärker ging der MDAX aus dem gleichen Zeitraum hervor; er schloss bei 8.768 Punkten und damit um fast 22 Prozent höher als zwölf Monate zuvor. Allerdings ist auch an den deutschen Börsen eine anhaltend hohe Volatilität bei einem relativ geringen Handelsvolumen zu beobachten. Dies beeinträchtigt allgemein die Aussagekraft stichtagsbezogener Kursdaten.

